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  Lebensraum Werkstatt



Lebensraum Werkstatt

Psychisch behinderte Menschen sollen, wie alle anderen Bürger, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben der Gemeinschaft teilnehmen können. Ihnen soll eine Lebensqualität ermöglicht werden, die der Würde des Menschen entspricht. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, die persönlichen Ressourcen der psychisch behinderten Menschen in ihrem jeweiligen sozialen Umfeld und auf dem Hintergrund der persönlichen Lebensgeschichte sichtbar zu machen und zu aktivieren.

Gruppe

Auf der Grundlage des Selbstverständnisses caritativ-kirchlicher Arbeit ist auch die sozial-psychiatrische Arbeit durch eine ganzheitliche Sicht gekennzeichnet, die den Menschen in seiner physischen, psychischen, sozialen und religiösen Dimension wahrnimmt. Die Werkstätten haben eine personenbezogene Aufgabe: Ihr oberstes Ziel ist es, den Menschen zu fördern und ihn dabei ganzheitlich wahrzunehmen. Aufgabe der Arbeit ist es, die Erhaltung und Entwicklung der Kompetenzen der psychisch behinderten Menschen zu fördern, ihren Gesundungsprozess zu unterstützen und die Auswirkungen der psychischen Erkrankung zu mildern. Der Suche nach Antworten auf die Frage nach Lebenssinn, -orientierung und -freude kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Der Umsetzung dieser Ziele kommen die Werkstätten dadurch nach, dass sie es als Aufgabe begreifen, den behinderten Menschen zu fördern, seine Persönlichkeit und sein Selbstwertgefühl zu entwickeln und ihm eine Arbeitsmöglichkeit innerhalb der Werkstätten aber auch außerhalb anzubieten, die seiner Fähigkeit entspricht.

                                         

„Die Werkstatt ist für mich eine gute Perspektive, meinen Alltag zu regeln und eine Tagesstruktur zu bekommen.“

„Ich brauche die Werkstatt, um zu arbeiten, eine Tagesstruktur zu leben und zu pflegen.“

„Es ist leicht, hier Kontakte zu bekommen, da das Klima kommunikativ ist.“

„Durch die sozialen Nachmittage habe ich gelernt, auch privat etwas zu unternehmen. Ich traue mich inzwischen, allein eine Ausstellung zu besuchen“

„Ich treffe viele Kolleginnen und Kollegen, die eine ähnliche Erkrankung haben wie ich. Einen lieben Freund habe ich in der WfbM gefunden.“

Die Caritas-Werkstätten als Rehabilitationseinrichtung bedeuten für die beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr als nur Arbeit oder Beschäftigung. Sie sind Lebensraum und dienen dem Wohlbefinden der betroffenen Menschen. Die Werkstatt bietet Tagesstrukturierung, was vorher aufgrund der Erkrankung häufig nicht mehr gegeben war. Auch schützt die Einrichtung bei Vereinsamung. Hier können neue Kontakte hergestellt und Freundschaften geschlossen werden, die oft im privaten Bereich weiter gepflegt werden.

Einmal im Monat findet ein so genannter „Sozialer Nachmittag“ statt. Besuche von Ausstellungen, Ausflüge, Wanderungen und ähnliches werden angeboten. Sie tragen zum Gruppenzusammenhalt und zu einem positiven Gruppenklima sowie auch wesentlich zur Gesundung der betroffenen Menschen bei.

Mittlerweile haben sich auch eine Theater-AG und eine Kunstgruppe etabliert. Beide Gruppen sind nach außen orientiert durch Auftritte und Ausstellungen bei Behörden und in anderen öffentlichen Einrichtungen. Die dadurch erlebte Anerkennung bestärkt die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in ihrem Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen.

Die Beschäftigten bringen sich seit einiger Zeit in einer Empowerment-AG ein. Empowerment bedeutet Selbstbefähigung. Es gilt, durch Stärkung der Eigenkräfte ein möglichst unabhängiges Leben führen zu können. Die Arbeitsgruppe versucht, Selbstbefähigung auf allen Ebenen in der Werkstatt umzusetzen. Zur Erreichung der Ziele haben sich drei Untergruppen gebildet, die sich mit dem Teilhabeplan der Mitarbeiterzufriedenheit und der Erstellung einer Werkstattzeitung auseinandersetzen. Mit hohem Angagement der Beschäftigten erstellt eine Zeitungs-AG mehrmals im Jahr das Magazin "Durchblick".

Empowerment befähigt die Beschäftigten, sich stärker für Ihre Belange einzusetzen und in höherem Maße Selbstbehauptung zu erlangen. Diese in der Werkstatt erlernten Fähigkeiten gilt es auch im privaten Bereich umzusetzen.

 


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